Vor allem abends weiß man dann, warum Mdina „Die stille Stadt“ genannt wird.
Älgbert Elgson
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Nicht viele wissen, dass Mdina einst die Hauptstadt von Malta war. Die Stadt liegt im Zentrum der Insel auf einem strategisch günstig gelegenen exponierten Felsplateau, daher wurde dieser Ort schon in der Bronzezeit besiedelt. Die Phönizier bauten diese erste Ansiedlung zur Festung aus und nannten den Ort Malet (=Zufluchtsort). Die Römer wandelten den Namen in Melita und umgaben ihn mitsamt der benachbarten Stadt Rabat mit einer Stadtmauer. Nachdem die Araber 870 Malta erobert hatten, gaben sie der Stadt ihren heutigen Namen Mdina (= von Mauern umgebene Stadt) und verkleinerten den Verteidigungsring.
Nach den Arabern eroberten die Normannen die maltesischen Inseln und bauten die Stadt weiter zur Festung aus. Diese Befestigung erwies sich 1422 bei einem Angriff der Hafsiden als strategischer Vorteil. Trotz haushoher zahlenmäßiger Unterlegenheit konnte der Angriff abgewehrt werden, was der Stadt den Ehrentitel „Città Notabile“ einbrachte.
Nach den Normannen wurde Malta dem Johanniterorden übergeben. Auch sie nutzten für einige Zeit Mdina als ihre Hauptstadt. Jedoch merkten sie, dass die Insel besser von der Küste aus regiert werden konnte und verlegten die Hauptstadt zunächst nach Birgu um 1571 endgültig Valletta zur Haupstadt zu ernennen.
Heute wird Mdina nur mehr von wenigen Menschen bewohnt. Die Stadt ist zwar zu einem touristischen Zentrum in Malta geworden, jedoch handelt es sich hierbei hauptsächlich um Tagestouristen. Am Abend wird es sehr still in den alten Gassen und alles wirkt menschenleer. Daher hat Mdina auch ihren heutigen Beinamen „Die stille Stadt“.
Von der Stadtmauer hat man einen schönen Blick auf die Rotunde von Mosta und das Umland.
In Malta wurden viele Szenen für Game of Thrones gedreht und einige Szenen wurden auch hier in Mdina gefilmt. Unser Älg ist ein großer Fan der Serie und wollte natürlich alle Drehorte in Mdina finden.
Einer dieser Drehorte ist das „Main Gate“ der Stadt, ein anderer der „Mesquita Square“. Auch im „St Dominic’s Convent“ in Rabat sind einige Szenen der ersten Staffel gedreht worden.
The Mdina Experience
Das „The Mdina Experience“ wird als eine der Attraktionen in der Stadt aufgelistet und die Angestellten sind in historisch anmutenden Gewändern gekleidet.
Man kann auch Getränke und Speisen dort kaufen.
Die Attraktion besteht aus zwei unterschiedlichen Filmen die mittels Kopfhörern die Audiospur in der jeweiligen Landessprache übermitteln.
Der gezeigte Film dauert jeweils ca. 30min und ist sehr gut gemacht. Das Eintrittsgeld von 6,00€ (Stand 2019) ist von daher auch in Ordnung.
Genauere Informationen können auf der offiziellen Homepage entnommen werden.
Kathedrale von Mdina
Die Kathedrale St.Paul in Mdina ist die ursprüngliche Bischofskirche in Malta. Die zuvor an dieser Stelle erbaute normannische Kathedrale wurde bei einem Erdbeben 1693 sehr stark beschädigt. Daher wurde der maltesische Architekt Lorenzo Gafà mit einem Neubau beauftragt und 1702 eingeweiht. Von der alten Kathedrale blieb nur die Apsis erhalten.

Der barocke Innenraum ist reichlich geschmückt. Die aktuelle Innenbemalung stammt allerdings erst aus den 1950er Jahren und zeigt den Schiffbruch des Apostels Paulus auf Malta.
An der Kathedrale St.Paul in Mdina orientierten sich bis weit ins 19. Jahrhundert alle Architekten beim Neubau von Kirchen und Kathedralen in Malta.
In Mdina gibt es noch viele weitere schöne Kirchen und andere interessante Aktivitätsmöglichkeiten. Zu finden auch auf der offiziellen Seite der Stadt unter dem Punkt „Places of Interest“.



Wenn ihr mit dem Auto nach Mdina reisen wollt und einen Parkplatz sucht, empfehlen wir den im Bild als P1 gekennzeichneten zu nehmen. Dieser liegt hinter der Stadtmauer und bietet daher Schutz gegen die Sonne, was gerade im Hochsommer von Vorteil ist.
Von allen drei gekennzeichneten Parkplätzen ist es weder ins Stadtzentrum von Mdina noch von Rabat weit und kann sehr leicht zu Fuß erledigt werden.
Fazit:
Wer nicht nach Mdina kommt und durch die mittelalterlichen Gassen schlendert, ist selber schuld. Nicht nur für Game of Thrones Fan hat diese Stadt architektonisch einiges zu bieten.
Wer Nachtleben und Partys sucht ist direkt in Mdina vielleicht nicht ganz so gut aufgehoben. Abschalten, entschleunigen und zur Ruhe kommen, sollte für jeden in diesen alten Gassen ein Leichtes sein.
Für geschichtlich Interessierte gibt es auch zahlreiche Angebote, wobei wir kein zweites Mal ins „The Mdina Experience“ gehen würden. Der Film ist zwar sehr interessant, der Älg war fast nicht aus dem Saal zu bekommen, und auch sehr gut gemacht, jedoch auch keine große Besonderheit.
Aufgrund der engen Gassen und den darin verkehrenden Pferdekutschen, die Touristen durch die kleine Altstadt fahren, sollte man immer die Augen offen halten ob nicht hinter der nächsten Kurve ein solches Ein-PS-Gefährt daherkommt.
Wir waren hier: 2019

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