Grasse

Von einem Parfümgeschäft in das Nächste – Immer der Nase nach.

Älgbert Elgson

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Die Stadt Grasse ist ca. 20 Kilometer von Cannes entfernt, gilt als Welthauptstadt des Parfüms und ist Heimat von ca. 50.000 Menschen. Im Mittelalter spezialisierten sich die Stadtbewohner vor allem auf das Gerberhandwerk, bis um 1600 ein Gerber auf die Idee kam, die oft stinkenden Lederhandschuhe mit wohlriechenden Düften zu versehen. Diese Duftstoffe wurden zur neusten Mode und der Erfolg war groß. Zahlreiche Parfümerien eröffneten in weitere Folge und die Parfümherstellung löste nach einiger Zeit das Gerbereigewerbe ab und wurde zum Hauptgeschäft.

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Das milde Klima ist ideal um verschiedene Pflanzen rund um Grasse anzubauen, deren Blüten zu ernten, zu destillieren und daraus wertvolle Duftstoffe zu gewinnen. Rund um Grasse werden Lavendel, Myrte, Rosen, Mimosen, Jasmin und Orangenblüten geerntet. Die Plantagen mit den blühenden Pflanzen prägten damals das Bild der Stadt, heute werden jedoch leider die meisten Blüten aus Preisgründen aus anderen Ländern importiert und nur in Grasse verfeinert. Die daraus gewonnenen Duftstoffe werden für die Herstellung von Parfüm verwendet und auch verschiedenen Waschmitteln oder Kosmetikartikeln beigemengt. Außerdem finden sie auch in der Lebensmittelindustie als Geschmacksstoff Verwendung. In Grasse gibt es rund 30 Parfümfabriken, dabei gehören zu den Größten Fragonard, Galimard und Molinard. Insgesamt sind in der Parfümindustie alleine in Grasse ca. 4.000 Personen beschäftigt und verarbeiten über 10.000 Tonnen Blüten im Jahr. Die Parfümfabriken können in der Regel kostenlos besichtigt werden, in einigen gibt es auch Workshops wo man sich einen eigenen Duft kreiern kann.

Einst war Grasse auch eine Station Napoleons auf dem Marsch nach Paris bei seiner Rückkehr von Elba, weshalb sie auch als eine der Napoleonstädte bekannt ist. Hauptursachen für ihre Popularität sind jedoch die vielen engen Gassen, die aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammenden Bauten, die zuvor schon erwähnten Parfümerien und der verfilmte Roman „Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders“ vom deutschen Schriftsteller Patrick Süskind.

Im Stadtzentrum gibt es wie in den meisten touristischen Orten die typischen Souvenirläden und neben diesen unzählige Parfümgeschäfte. Neben richtig schön erhaltenen Gebäuden finden sich auch zahlreiche Bauwerke, welche dem Verfall nahe sind. In Grasse befinden sich neben den Parfümerien mit den Gratisführungen noch das kostenpflichtige internationale Museum der Parfümerie, das Marinemuseum, die etwas außerhalb liegenden Blumenfelder, das Museum für provenzalische Kunst und Geschichte, eine Schokoladenmanufaktur, mehrere schöne Plätze und Gärten und die Kathedrale Notre-Dame-du-Puy.

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Anreise

Grasse ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und auch Ausflüge können in die Stadt des Parfüms aus den nächst größeren touristischen Städten gebucht werden. Für die Anreise mit dem eigenen Auto sind zentral gebührenpflichtige Parkhäuser vorhanden.

Bewertung: 5.5 von 10.

Fazit:
Grasse lebt von dem Geschäft mit dem Parfüm. Die Gebäude haben schon weitaus bessere Zeiten gesehen – vor einigen Jahren war die Stadt vermutlich tatsächlich wunderschön und einen Besuch wert. Die ursprüngliche Schönheit ist auch heute noch zu erkennen, jedoch zerfallen bereits viele dieser sehenswerten Gebäude und einmal prachtvoll gewesene Brunnen sind teilweise stark verschmutzt. Einmal in die Welt des Parfüms einzutauchen und beispielsweise die Bedeutung von Kopf-, Basis- und Herznote sowie den Unterschied zwischen Eau de Parfum, Eau de Toilette und Eau de Cologne kennenzulernen war den Weg dorthin allerdings trotz allem wert.

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