Kaiserburg Nürnberg

Wenn’s für einen Kaiser reicht, ist es für einen Älg gerade recht.

Älgbert Elgson

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Die Nürnberger Burg gehört zu den wichtigsten und geschichtsträchtigsten Burgen in Deutschland. DIE Burg ist aber eigentlich falsch, denn sie besteht aus zwei getrennten Burgen mit unterschiedlicher Verwendung und Geschichte.

Die Besiedelung Nürnbergs begann sehr wahrscheinlich am und um den Burgberg, wie Ausgrabungen belegen.

Heute ist in der Kaiserburg Nürnberg ein Museum untergebracht.
Für nähere Informationen, insbesondere die aktuellen Öffnungszeiten, sieh bitte auf der offiziellen Homepage nach.

Nürnberg | Nuremberg
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Die zwei Burgen thronen hoch über der Stadt Nürnberg. Von hier hat man bei schönem Wetter eine wunderbare Rundumsicht auf die Altstadt.

Die frühesten baulichen Überreste stammen um das Jahr 1000. Baugeschichtlich lassen sich drei Phasen in zwei Hauptstilen unterscheiden:

  • in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts die salische Königsburg im romanischen Stil
  • um 1200 die staufische Kaiserburg im romanischen Stil
  • im 15. Jahrhundert die Umbauten des Palas und städtische Bauten im gotischen Stil

Nachträgliche Umbauten haben die Originalbauten verändert.

Sie war im Laufe der Geschichte immer wieder Zeuge und Schauplatz bedeutender Ereignisse, wie etwa die Unterzeichnung der Goldenen Bulle, dem kaiserlichen Gesetzbuch beziehungsweise den Grundgesetzen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Kapelle war einst auch eine Niederlassung des Deutschen Ordens, bis dieser das Gebäude 1419 an die Stadt Nürnberg übergab.

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Das Museum ist in den Räumen der Kaiserburg untergebracht.
Leider wurde das Innere des Gebäudes von den Nationalsozialisten schon in den 1930er Jahren komplett nach deren Vorstellung umgebaut und so die historische Ausstattung zerstört. Anstelle von prachtvoll verzierten Wänden kamen nun schlichte Eichenholzvertäfelungen. Die sogenannte Restauration der „schöpferischen Denkmalpflege“ sollte das „schwächliche Kostum“ der Burg entfernen.

Die Fachzeitschrift Der Baumeister bewertete damals die NS-Umgestaltungsmaßnahme nach ihrem Abschluss euphorisch: „Wenn wir heute die Nürnberger Burg besuchen, empfängt uns nicht mehr ein falscher Theaterzauber, der uns innerlich nichts zu sagen hat, sondern wir erleben wieder auf Schritt und Tritt die alte hehre Kaiserburg, die uns mit einer auf ihrer schlichten Formgebung beruhenden krafvollen Größe und herben Schönheit als ein Werk wiedergefundener alter, gediegener deutscher Handwerkskunst bezwingend in ihren Bann schlägt. Diese ursprüngliche Größe zu neuem Leben erweckt zu haben, ist das unbestreitbare Verdienst der Männer, die hier am Werk gewesen sind.“

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg außerdem stark beschädigt. Nur die Doppelkapelle und der Sinwellturm überstanden die Bombardements fast unversehrt.
In der Nachkriegszeit wurde die Burg weitestgehend wieder aufgebaut, jedoch wurde aufgrund von Geldmangel auf die Rekonstruktion der Raumgestaltungen aus dem 18. und 19. Jahrhunderts verzichtet, sodass das Innere weitestgehend in der Form zu sehen ist wie nach den Umbaumaßnahmen von 1934/35.

Kaisersaal vor der Umgestaltung
Kaisersaal nach der Purifizierung
durch Rudolf Esterer

Quelle: https://www.kaiserburg-nuernberg.de/deutsch/burg/index.htm

Die Dauerausstellung befasst sich mit der deutschen Geschichte, insbesondere die Geschichte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Mittelalter. Anhand von Schautafeln, Gegenständen und Multimedia wird den besuchern diese spannende und auch prägende Geschichte interessant näher gebracht. In den oberen Etagen findet man eine große Sammlung spätmittelalterlicher Waffen und Rüstungen.

Die Burg befindet sich heute im Besitz der Bayrischen Schlösserverwaltung und wird hauptsächlich touristisch genutzt. Einzelne Gebäude werden aber auch als Wohn- oder Amtsgebäude und zeitweilig für Feste und Staatsempfänge benutzt. In den ehemaligen Kaiserstallungen, früher als Kornkammer der Stadt genutzt, befindet sich heute eine der größten und modernsten Jugendherbergen Deutschlands.

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Die Wasserversorgung der Burg wurde für den Fall einer Belagerung durch zwei Burgbrunnen gesichert. Der Brunnen der ehemaligen Burggrafenburg befindet sich wenige Meter südlich des Fünfeckigen Turms. Der etwa 20 Meter tiefe Ziehbrunnen holte Wasser aus dem Burgsandstein.

Der Tiefe Brunnen der Kaiserburg ist vermutlich so alt wie die Burganlage selbst. Der Schacht wurde in den Felsen gehauen und hat einen Durchmesser von 2,2 bis 1,7 und eine Tiefe von 53 Metern. Er führt durch Schichten von Burg- und Stubensandstein bis zum Grundwasserspiegel der Pegnitz.

Es ist möglich jede halbe Stunde, nach vorherigem Kauf einer Eintrittskarte, den Tiefen Brunnen zu besichtigen. Dieser befindet sich unweit des Ticketschalters außerhalb der Kaiserburg. Das Brunnengebäude ist relativ klein. Daher kann es mit einer Reisegruppe schnell mal sehr eng werden.
Um ein Gefühl für die Tiefe des Brunnens zu bekommen, schüttet ein/e Museumsangestellte/r zuerst etwas Wasser hinab und man zählt die Sekunden bis man das Auftreffgeräusch des Wassers auf der Oberfläche hört. Achtung Spoiler: Es dauert ziemlich lange.
Danach wird noch eine Kamera, beleuchtet durch brennende Kerzen in den Schacht hinabgelassen, um auch das Innere besser sehen zu können.

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Anreise

Man kann sehr einfach mit dem Zug nach Nürnberg reisen. Der Hauptbahnhof ist nur 15 Gehminuten vom Kern der Altstadt entfernt und daher sehr leicht auch zu Fuß zu erreichen.
Überall in der Stadt gibt es außerdem genügend Parkhäuser um direkt mit dem Auto nach Nürnberg fahren zu können.
Auch der Busverkehr in der Stadt ist übersichtlich und auch am Wochenende sehr eng getaktet, sodass einer Besichtigung zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln nichts im Weg steht.

Bewertung: 7.5 von 10.

Fazit:
Wer in Nürnberg ist, muss sich die Burg ansehen – sie thront hoch oben über der Stadt und kann von fast überall gesehen werden. Auch von der Burg hat man einen wunderschönen Rundumblick ins Land (Daher auch der Name des Turms „Luginsland“).

Die Besichtigung des Tiefen Brunnens wäre hier zu bemängeln. Zu allererst ist es nicht eindeutig ersichtlich, wo man auf die Besichtigung warten soll. (Setzt euch einfach auf die Bänke direkt vor der Eingangstür des Brunnenhauses – Alle 30 Minuten kommt ein/e Museumsmitarbeiter/in und öffnet euch die Tür für die Besichtigung). Die Besichtigung an sich ist auch nicht besonders lang. Das liegt zum Einen an der kleinen Größe des Brunnenhäuschens und zum anderen ist es ja auch schlicht ein Brunnen. Schön hätten wir hier noch zusätzliche Informationen zu der Burg und den ehemaligen Bewohnern gefunden. So wurden nur mehrere Eimer Wasser in das Loch geschüttet und gesagt, dass der Brunnen seeehr tieeef ist.

Die Ausstellung in der Burg ist sehr umfassend. Es fällt nicht schwer die Zeit zu vergessen und in den Informationen zu versinken. Vorausgesetzt man interessiert sich für das Thema.

Wir waren hier: 2019

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