Collioure

Collioure | Traditionelle katalanische Fischerboote - Traditional Catalan fishing boats

Collioure – die malerische Perle des Mittelmeeres

Älgbert Elgson

This article is also available in English.

Der malerische Ort Collioure liegt an der Côte Vermeille nördlich der Pyrenäen. Malerisch ist in diesem Fall eine sehr zutreffende Bezeichnung – viele Maler besuchten das kleine Fischerdorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Darunter Künstler wie Henri Matisse in Begleitung von André Derain, Georges Braque, Raoul Dufy, Foujita, Othon Friesz, Juan Gris, Albert Marquet und Pablo Picasso.
In der Brasserie Hôtel des Templiers am Quai de l’Amirauté befinden sich unzählige Originalkunstwerke dieser Künstler, da diese auch gerne dort einkehrten und den Wirt ab und an mit Kunstwerken bezahlten. Diese Originale sind jedoch leider nicht der Öffentlichkeit zugänglich.

Source: youtube.com/Ville de Collioure

Auf den Spuren der Geschichte

Collioure, beziehungsweise die Befestigung von Collioure, wurde bereits 673 urkundlich als Castrum Caucoliberi erwähnt. In diesem Jahr fiel der Ort durch Eroberung an die Westgoten.

Die ursprüngliche Burg wurde 981 auf Überresten eines alten römischen Kastrums errichtet. Als Collioure zum Königreich Mallorca gehörte, bauten die Herrscher von 1242 bis 1280 diese Burg zu ihrem Herrschaftssitz um. Der Ort blieb im mallorquinischen Reich der wichtigste Handelshafen des Roussillon. Es wurde das berühmte Tuch von Perpignan, Bettwäsche, Öl und Wein exportiert, wohingegen Gewürze, orientalische Stoffe und andere exotische Produkte importiert wurden.

  • Collioure | Chemin du Fauvisme
  • Collioure | Château Royal de Collioure
  • Collioure | Château Royal de Collioure
  • Collioure | Château Royal de Collioure
  • Collioure | Château Royal de Collioure

Das Gebiet war immer schon Mittelpunkt der Gebietstreitigkeiten zwischen dem Königreich Spanien und Frankreich. Daher wurde der berühmte Festungsbauer Sébastien Le Prestre de Vauban beauftragt die grenznahe Stadt zu befestigen. Die strategische Bedeutung trug dazu bei, dass Vauban einen Teil der Altstadt schleifen ließ um die Burg zu erweitern und ausgedehnte sternförmige Schanzen zu errichten. Einige dieser Bauwerke sind heute noch sichtbar – wie etwa das Fort Miradou oder das beeindruckende Château Royal de Collioure.
Die Bevölkerung, der die Umsiedlung nach Port-Vendres drohte, entschied sich für den Wiederaufbau der Stadt an ihrem gegenwärtigen Ort, dem Vieux Quartier du Mouré.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Fischfang immer weiter ausgebaut. Dies und der Anbau von hervorragendem Wein in dieser Gegend verhalf dem Ort einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Als dann Anfang des 20. Jahrhunderts Maler das kleine Fischerdorf entdeckten, darunter Künstler wie Juan Gris, Albert Marquet oder Pablo Picasso, erlebte es auch einen Anstieg des Tourismus. Durch die Gemälde erlangte das Dorf internationale Bekanntheit.

Im Château Royal wurden von März bis Dezember 1939 als besonders gefährlich geltende Flüchtlinge des Spanischen Bürgerkriegs interniert. Das sogenannte Camp Spécial war berüchtigt für die unmenschliche Behandlung der bis zu 1000 internierten Spanier, von denen einige das Lager nicht überlebten. Im Dezember 1939 wurden die Gefangenen in das Internierungslager Camp de Vernet überführt.

Praktische Informationen

Neben der beeindruckenden Festung im Herzen von Collioure gibt es noch einige weitere Sehenswürdigkeiten.
An 19 Stellen sind Reproduktionen und Betrachtungspunkte der dort entstanden Gemälde angebracht. Beim Chemin du Fauvisme hat der Besucher die Möglichkeit den Ort aus dem Blickwinkel der Künstler zu sehen.
Anstelle der geschleiften Kirche der Oberstadt errichtete Vauban die Wehrkirche Notre-Dames-des-Angnes. Der merkwürdig anmutende Kirchturm errinnert nicht zufällig an einen Leuchtturm. Tatsächlich wurde der Glockenturm der Kirche früher auch als solcher benutzt.
Das Château Royal wurde ebenfalls von Vauban gebaut. Die Königsburg, die das Hafenbecken Port d’Amont vom Port d’Avall trennt, beinhaltet unterirdische Gänge, Wehrgänge und den Exerzierplatz , die ebenso zu besichtigen sind, wie das Gefängnis aus dem 16. Jahrhundert, die Kapelle aus dem 13. Jahrhundert und das Schlafzimmer der Königin.

Der Ort ist eingebettet in eine wunderschöne Küstenlandschaft. Die Straße die entlang dieser Küste verläuft, führt entlang des Meeres bis nach Cerbère an der spanischen Grenze. Kurve für Kurve lassen sich nicht nur Felsbuchten und Strände entdecken, sondern auch Weinreben, die die Grundlage für die trockenen Weine von Colllioure und die sanften Banyuls-Weine sind.

Unweit befindet sich das Fort Saint-Elme, einst Teil der Verteidigung, ist es heute ein wunderbarer Aussichtspunkt um die atemberaubende Landschaft in einem 360°-Rundumblick zu sehen. Im Fort ist außerdem ein Museum und eine Waffensammlung untergebracht.

Vom Nachbarort Port Vendres starten einige Wanderrouten. Unter anderem eine Wanderroute über das Cap Béar bis zur spanischen Grenze.


  • Enge Gasse am äußeren Rand der Altstadt - Narrow street at the outer edge of the old town
  • Collioure | Typische enge Altstadtgasse - typical old town alley
  • Collioure | Église Notre-Dame-des-Anges
  • Collioure | Compagnie Maritime Roussillon Croisières
  • Collioure | Traditionelle katalanische Fischerboote - Traditional Catalan fishing boats
  • Collioure | Blick von der Chapelle Saint-Vincent auf Altstadthäuser - View from the Chapelle Saint-Vincent to old town houses
  • Collioure | Leuchtturm am Hafeneingang - lighthouse at the harbour entrance

Anreise

Aufgrund der Lage empfehlen wir ausdrücklich die schöne Küstenstraße entlang zu fahren. Egal von welcher Richtung man kommt, es eröffnen sich immer fotowürdige Momente die mindestens genauso schön sind wie Collioure selbst.

Die beste Möglichkeit das eigene Fahrzeug nach der Anreise abzustellen, gibt es beim Bahnhof von Collioure. Von dort sind es nur einige wenige Meter bis zur Altstadt und die Erkundungstour kann auch schon beginnen.

Bewertung: 8.5 von 10.

Fazit:

Der Ort ist selbst in der Nebensaison belebt, ohne überfüllt zu wirken. In der Hauptsaison hingegen kann es schon sein, dass der Besucherandrang recht groß sein kann. Aufgrund der kleinen Größe lassen sich alle Sehenswürdigkeiten schnell und einfach zu Fuß erreichen.
Wer in der Nähe ist, sollte sich unbedingt die Zeit nehmen und Collioure besuchen – wer mehr Zeit hat, sollte auch unbedingt die küstennahen Wanderewege erkunden. Neben wunderschönen Ausblicken hat man auch die Möglichkeit an kleinen versteckten Stränden eine Abkühlung im Mittelmeer zu suchen.

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