Zwei Wasserfälle die nicht nur wegen ihrer Größe sehenswert sind!
Älgbert Elgson

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Im östlichen Teil von Island, nahe der Stadt Egilsstaðir, befindet sich der See Lagarfljót. Bevor der Fluss „Hengifossá“ in diesen mündet, bahnt er sich seinen Weg durch die Gesteinsschichten des Landes und stürzt an manchen Stellen auch einige Höhenmeter hinunter. Sehr imposant ist dieses Spektakel beim Hengifoss, einem der höchsten Wasserfälle Islands, und dem Litlanesfoss, einem zweistufigen Wasserfall umgeben von seltenen, sechseckigen Basaltsäulen.
Auf den Spuren der Geschichte
Die beiden Wasserfälle Hengifoss und Litlanesfoss sind wie viele Wasserfälle im Laufe der letzten Eiszeit entstanden. Große Gletscher bedeckten das Land und das Gewicht dieser sowie später das Schmelzwasser fügten dem Land teils tiefe Gefällestufen zu. Mit der Zeit hat das Wasser einen Weg durch das Gestein gefunden und an jenen Stellen, wo die Gesteinsschichten nicht hart genug waren, enge Schluchten geformt. An den anderen Stellen, wo das Wasser auf zu zu hartes Gestein traf, überwinden Wasserfälle diese Höhendifferenzen. Im Falle des Hengifoss stüzt nun heute also das Wasser des Flusses Hengifossá, ein Zufluss des Lagarfljót, etwa 128 Meter in die Tiefe und macht ihn dadurch zu einem der höchsten Wasserfälle Islands. Besonders spektakulär auch, da das Gestein hinter dem Wasserfall aus verschiedenen Schichten besteht und jene aus Vulkanasche durch die enthaltenen Eisenoxid-Partikel rötlich erscheinen. Etwas weiter Flussabwärts hat der Hengifossá noch einmal einen kleineren Höhenunterschied zu überwinden. Der Litlanesfoss ist ein zweistufiger Wasserfall mit einer Gesamthöhe von 30 Metern und ist vor allem deswegen sehenswert, weil sich das Wasser zwischen beeindruckenden bis zu 20 Meter hohen Basaltsäulen einen Weg bahnt – was ihm auch den Namen Stuðlabergsfoss, also Basaltsäulenfall, beschert.

Praktische Informationen
Der Hengifoss ist von der vorbeiführenden Straße aus erkennbar, nicht jedoch der Litlanesfoss. Ausgehend vom Parkplatz, an dem auch öffentliche Toiletten vorhanden sind, führt eine ca. einstündige Wanderung zum Ziel. Gleich auf den ersten Metern des Weges müssen einige Stufen bewältigt werden, danach führt die Wanderung jedoch auf einem natürlichem Weg zum ersten Zwischenziel: dem Litlanesfoss. Dieser etwas kleinere, aber nicht weniger beeindruckende Wasserfall liegt etwas versteckt und ist nur zu bestaunen, wenn man in Richtung des Klippenrandes geht. Der Litlanesfoss ist ungefähr auf halber Wegesstrecke und nach einer weiteren Steigung führt der Weg relativ flach zum Hengifoss. Auf den letzten Metern hat man einen großartigen Blick auf den Wasserfall und kann die unterschiedlichen Gesteinsschichten bereits gut erkennen, auch die umliegende Landschaft ist schön anzusehen.
Die Gesamtlänge der Strecke beträgt etwa 2,5 Kilomter und zwischenzeitlich kann der Weg etwas steinig sein, jedoch sollte die Wanderung mit geeignetem Schuhwerk für fast alle bewältigbar sein. Aufgrund der Stufen zu Beginn und des teils steinigen Weges empfehlen wir die Wanderung jedoch nicht mit Kinderwagen bzw. für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Der Rückweg ist gleich wie der Aufstieg und geht daher immer bergab.
Anreise
Von der nächst größeren Stadt Egilsstaðir sind es ungefähr 35 Kilometer, bis der Parkplatz, von dem die Wanderung ausgeht, erreicht wird. Der Platz ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, für das eigene Gefährt sind jedoch einige Parkplätze vorhanden – und sogar gratis! In der Hochsaison können die Parkplätze schon einmal knapp werden, also entweder früh oder spät dran sein oder Geduld mitbringen.
Fazit:
Eine sehr schöne Wanderung, die mit insgesamt 2 Stunden reine Wegzeit nicht zu lange und daher auch für weniger sportliche Personen gut bewältigbar ist. Zu Beginn wird man sofort mit einem Ausblick auf das Umland belohnt und auch danach bereitet die Wanderung aufgrund der malerischen Landschaft einfach Freude. Obendrauf sind der Hengifoss und auch der Litlanesfoss schön anzusehen und obwohl es auf der Insel unzählige Wasserfälle gibt trotzdem einmalig.






