Ausflug ins Marillenparadies

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Die Wachau glänzt mit einer wunderschönen Landschaft und ausgezeichneten Spezialitäten. Marillen zum Beispiel!

Älgbert Elgson

Ich liebe Marillen! In allen erdenklichen Variationen wie Marillenknödel, Marillenkuchen, Marillenmarmelade, Marillenlikör, … Sie hat auch viele Namen: Malete, Aprikose, armenische Pflaume oder auch Barille, aber alle bezeichnen die selbe Königin der Früchte.

In der Wachau wachsen sie durch die besondere Lage außergewöhnlich gut. Die Ernte beginnt meistens zwischen Anfang und Mitte Juli. Den perfekten Zeitpunkt für einen Ausflug in die Wachau finde ich immer mit Hilfe der Homepage der Wachauer Marille heraus. Dort habe ich eine Webcam entdeckt, welche sich alle zehn Minuten automatisch aktualisiert und womit ich den Marillen beim wachsen zusehen darf.

Weinstöcke

Als heuer die Marillen in kräftiger oranger Farbe zu sehen waren, starteten wir unseren Tagesausflug in der Nähe von Linz und fuhren entlang der österreichischen Romantikstraße und der Donau bis nach Dürnstein. Schon bei der Hinfahrt beobachteten wir entlang des Weges einige Bauern bei der Marillenernte. Die Bäume bogen sich richtig unter der schweren Last und ich wollte am liebsten sofort mithelfen.
Als die ersten Verkaufsstände aufgebaut wurden, nutzten wir die Gelegenheit und wir steuerten gleich einen an. Die nette Verkäuferin erklärte mir, dass aufgrund des gestrigen Regens die Marillen erst jetzt geerntet werden können, da sie sonst im feuchten Zustand sehr schnell schlecht werden würden. Also musste ich noch ein paar Minuten auf die heiß ersehnten Marillen warten und ich suchte mir in der Zwischenzeit einige Flaschen Trauben- und einen Marillensaft aus. Schließlich war meine gewünschte Menge frischer Marillen fertig gepflückt und ich konnte mir die Sorte sogar noch aussuchen. Während die traditionelle Wachauer Marille (Hauptsorte: „Klosterneuburger“ oder „Ungarische Beste“) innerhalb eines Tages gegessen oder verarbeitet werden muss, halten sich die Frühsorten bei angemessener kühler Lagerung ein paar Tage länger. Mit Hilfe dieser Informationen und einer Kostprobe beider Sorten entschied ich mich also für …… beide!

Älgbert im Marillenparadies

Mit einem Kofferraum voller Marillen und diversen Säften fuhren wir also weiter nach Dürnstein. Gleich nach dem Straßentunnel, welcher unter Dürnstein durchführt, entdeckte ich auf der linken Straßenseite einen Parkplatz. Da dort das Tagesticket nicht viel teurer war als das drei Stunden Ticket, kaufte ich sicherheitshalber dieses und wir machten uns auf den Weg in Richtung Altstadt. Nach einem kurzen Wegstück sahen wir schon das östliche Stadttor, das „Kremser Tor“.
Bevor wir dieses durchquerten, bogen wir aber nach rechts ab, da wir die Ruine Dürnstein hinaufwandern wollten. Auf dem gewählten Themenweg begleitete uns die Sage über den englischen König Richard Löwenherz bis an unser Ziel. Auf der Ruine kletterten wir bis ganz nach oben und genossen dort den wunderschönen Ausblick. Wir bewunderten die umliegende Landschaft, beobachteten die Fähre auf der Donau und erquickten uns während des Naschens unseres Reiseproviants an dem Anblick der Steinterrassen, an welchen Obst und Wein angebaut werden.

Beim Abstieg entschieden wir uns für die andere Wegmöglichkeit, welche uns etwas kürzer erschien, dafür aber steiler und steiniger war. Herausgekommen sind wir dann in der schönen und sehr kleinen Altstadt von Dürnstein, wo wir noch einige Zeit verweilten. Zu dieser Jahreszeit können übrigens an den Hausfassaden in der Stadt viele Schwalbennester ausfindig gemacht werden und viele hungrige kleine Vögel schauen daraus hervor und warten auf Futternachschub.
In den vielen Geschäften gibt es abseits dem unzähligen Touristenramsch auch einige kulinarische Spezialitäten wie beispielsweise die B’soffene Marille, Marillenliköre,-schnäpse oder -whiskys und auch die Frucht selbst oder ihr Kern als Süßigkeit verarbeitet.

Unsere Weiterfahrt führte uns durch das umliegende Weinbaugebiet in das angrenzende Waldviertel. Während der Fahrt kamen wir bei vielen Heurigen vorbei, welche mit gemütlichen Gastgärten zum Verweilen einluden.

Weinbau in der Wachau

Im Waldviertel besuchten wir das Mohndorf Armschlag. Von diesem hätten wir uns mehr erwartet. Nicht weil die Mohnfelder schon am verblühen waren – nein – auch das drum herum hatten wir uns anders vorgestellt. Wir sahen nur zwei noch halbwegs blühende Mohnfelder und rund herum und mitten drinnen standen einige Menschen mit ihren Kameras. In der Hoffnung auf eine Kostprobe der Waldviertler Spezialität Mohnzelten besuchten wir den dortigen „Gartenstadl“, wo regionale Produkte verkauft wurden. Für mich unverständlicherweise wurde genau diese Spezialität dort nicht angeboten. Beim dortigen Mohnwirt waren die meisten Plätze besetzt und die restlichen reserviert. Plant ihr also dahin zu der Mohnblüte einen Besuch und möchtet dort einkehren ist eine Reservierung vorsichtshalber empfehlenswert. Die Mohnmühlensammlung haben wir uns nicht angesehen.

Bei der Heimfahrt bewunderten wir dann direkt neben den Straßen noch einige blühende Mohnfelder. Das Mohndorf ist dafür also nicht unbedingt notwendig. Ich wollte bei diesem Anblick unbedingt noch ein paar Erinnerungsfotos schießen. Na, was sagt ihr?

Ein Kommentar zu “Ausflug ins Marillenparadies

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